Melchior Imboden beginnt 1978 zu fotografieren. In der Folge bereist und erforscht er mit seiner Kamera über 40 Länder. Darunter eine Reise quer durch Südamerika sowie Iran, Ägypten, Libanon, Marokko, China, Japan, Russland, aber auch Europa. Seine Bilder dokumentieren nicht seine Reisen, sondern sind charakteristische und atmosphärische Momentaufnahmen. Intuitive Interpretationen von Landschaften, Alltagssituationen, Porträts von Menschen und Städten. Manchmal wählt er gezielt die Unschärfe. Aus der Nähe betrachtet werden sie zur Abstraktion und gewinnen aus Distanz an neuer Bildqualität, sie werden mehrdeutig. Der reine Traum im Konflikt der Welt – dieses leise Drama gibt seinen Bildern ihre Stärke. In ihnen wirkt die Erinnerung ans schöne Bild, eine gebrochene Erinnerung. Zugleich sind das Erschrecken über das, was gezeigt werden muss, und sein Glaube zu spüren, der sich nicht brechen lassen will. Melchior Imboden ist ein rastlos Reisender, ständig 'unterwegs', auch wenn er zu Hause ist. Er lebt von der Neugier, die ihn antreibt, einer konstanten Aufmerksamkeit für Menschen und Situationen, die in seinen Bildern ganz besonders spürbar sind.