Untersuchungsgegenstand der Arbeit sind die überwiegend im Fitzwilliam Virginal Book (1609-1619) enthaltenen Intavolierungen von Peter Philips. Der Emanzipationsprozess der Instrumentalmusik kann nicht zuletzt anhand der Transkriptionen von vokaler Musik verfolgt werden. In der Virginalmusik ist Philips der zentrale Komponist solcher Intavolierungen. Bestens vertraut mit der Vokalmusik entwickelte Philips in seinen Transkriptionen ein spezifisches Bearbeitungsverfahren. Seine Übertragungskunst besteht darin, die vokale Expressivität zu berücksichtigen und in poetisch-musikalischen Bearbeitungen widerzuspiegeln. Aus der Analyse ergeben sich Prämissen einer ästhetischen Neubetrachtung der Intavolierungen. Zudem werden Voraussetzungen für eine heutige Rezeption der Kompositionen geschaffen.